Belastbarkeit oder Sturheit
Von außen sehen sie gleich aus. Jemand, der sich weigert, aufzugeben. Der Unterschied liegt im Inneren, und darauf kommt es an.
Resilienz passt sich an. Sie behält das Ziel im Blick und ändert den Weg dorthin. Wenn sich die Mauer nicht bewegt, sucht die Resilienz nach der Tür. Sie federt den Rückschlag ab, lernt daraus und macht auf intelligentere Weise weiter.
Sturheit wiederholt sich einfach immer wieder. Dieselbe Herangehensweise, nur noch intensiver. Sie verwechselt Anstrengung mit Fortschritt und Stolz mit Prinzipien. Sturheit lässt dich hundert Mal gegen dieselbe Wand rennen und nennt das Durchhaltevermögen.
Ich war schon beides, und ich kann im Moment nicht immer sagen, nach welchem Prinzip ich gerade handle. Also stelle ich mir eine Frage: Funktioniert das? Nicht: Ist es schwer? Nicht: Bin ich engagiert? Sondern: Bringt es tatsächlich etwas voran? Wenn die Antwort „Nein“ lautet und ich trotzdem weitermache, ist das keine Resilienz. Das ist das Ego, das sich verkleidet hat.
Resilienz nimmt die Realität zur Kenntnis. Sturheit streitet mit ihr. Der richtige Schritt ist meist der, bei dem man sich eingestehen muss, dass der alte Weg nicht funktioniert, und etwas Neues ausprobieren muss. Das erfordert mehr Rückgrat, als nur die Zähne zusammenzubeißen.